Sonntag, 30. Juli 2017

Ein Hauch von Urlaub?

Habt ihr das Fragezeichen im Titel bemerkt?
Das steht da mit voller Absicht.
;)

In NRW haben vor geraumer Zeit schon die Sommerferien begonnen und das bringt direkt auch einen Hauch von Urlaub für mich mit sich. Schließlich schließen mit den Schulen auch die meisten Sporthallen für diese Zeit ihre Pforten und so habe ich vor 2 Wochen schon 3 Kurse in die Ferien geschickt.

Bedeutet aber nicht, dass ich jetzt sportlos bin, nö, denn da sind immer noch Kurse übrig, die auch über die Ferienzeit laufen. Dennoch bringt es eine wirklich große Zeitersparnis für mich, denn die verbleibenden Kurse sind zeitlich sehr ökonomisch gelagert. Mittwochs trainiere ich zum Beispiel die Mitarbeiter des Forschungszentrums und da habe ich direkt 3 Kurse hintereinander weg, mit 15 Min. Wechselzeit. Aber eben nur einmal fahren. Da ist ja nicht nur die Fahrzeit zu kalkulieren, sondern auch dass man eine Weile vorher und nachher noch da ist.


Epicondy...WHAT?


Dass jetzt weniger Sportkurse sind, ist einerseits ein wenig schade, weil ich richtig gerne "trainere", andererseits aber eine gute Gelegenheit, meinen Mayoarm zu kurieren.

Hä, fragt ihr euch vielleicht an dieser Stelle, der Mayoarm war doch hier schon vor WOCHEN Thema?

Ja, war er, und ist er leider immer noch.

Nachdem ich nämlich erst einmal ca. 8 Wochen darauf gewartet habe, dass es wieder gut wird (was selbst kommt, geht auch selbst wieder, nä?!), musste ich irgendwann einsehen, dass ich dann doch mal den Schaltjahresarztbesuch machen muss (man, das reisst meine Quote runter!).

Der langen Rede kurzer Sinn. Mutti hat Epicondylitis. Wohl besser bekannt unter "Tennisarm". Na toll, dabei spiel ich doch gar kein Tennis. ;)

Der Arzt hat mich mahnend angesehen, mir mitgeteilt, dass ich Ruhe geben und so eine Armspange tragen soll. Ansonsten wäre er in der Lage, dafür zu sorgen, dass ich Cortison in den Muskel gespritzt oder den Arm direktemang volles Programm eingegipst bekäme. Der kennt mich leider, der Arzt. Und er weiß ganz genau, dass ich zwar einerseits ganz schlecht in "Ruhe geben" bin, das Wort SPRITZE andererseits bei mir nie seine Wirkung verfehlt. NIE!

Also schleich ich, innerlich "ommend", jetzt mit meiner Armspange durch die Gegend, schmeiße das Dingen ab und an zornig in die Ecke, um es aber recht schnell wieder anzuziehen, denn: Es hilft tatsächlich ganz gut, den Schmerz zu reduzieren. Immerhin krieg ich jetzt auch wieder meine Kaffeetasse selbsttätig mit dem rechten Arm zum Mund. Yeah.

Halten wir also bis hierher fest: Ja, da ist schon mal der Hauch eines Urlaubs. Aber körperlich beeinträchtiger Urlaub.

Urlaubhabende Ehegatten


Kommen wir zum zweiten Teil: Der Mann hat Urlaub. Seufz.

Nein, das ist nicht wirklich der Hauch eines Urlaubs, denn wenn der Mann frei hat, hat er tausend Ideen, was man hier im und am Haus erledigen könnte. An sich sehr gut, aber irgendwie bin ich in seine Pläne andauern involviert und muss "handlangern". Hm.

Ich linse unauffällig zum Kalender, atme ein und aus und gehe über zum dritten Teil.

Spielschulden sind Ehrenschulden, sagte sie, und zog ihre Wanderschuhe an


Erinnert ihr euch noch an die Wette? Die Wette, die kläglich verloren habe?

Nun, es ist soweit. Spielschulden sind Ehrenschulden, Mutti geht ziemlich bald ziemlich viel wandern. In Schweden. Höga Kusten, nicht Südschweden oder Lappland. Da, wo es schön viele dicke Klippen gibt. Bergauf und so. Fliegen muss ich auch noch.

Und Mutti muss auch noch die Flüge bezahlen. Übrigens waren die Flüge nach Schweden noch nie so teuer, wie dieses Mal. Menno!

Summasummarum ein echtes Träumchen... Bestimmt.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten und bringe ein paar Fotos mit, falls ich heilen Hauptes hier wieder ankomme. Solche wie dieses hier vom letzten Mal in Höga Kusten, wo ich ebenfalls sehr begeistert dreinschaue...




Passt gut auf euch auf. Bis bald!


P.S.1: Da fällt mir ein: WO ist meine Sonnenbrille?

P.S.2: Nach dem einen Post neulich hat sich übrigens eine Freiwillige gemeldet, die schnieke neue Fotos von mir machen wird. Wird echt Zeit und ich freu mich darauf - mit ihr kann ich das bestimmt. <3






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Donnerstag, 20. Juli 2017

LCHF pur: Juli & August

[Werbung]

My oh my, wie die Zeit vergeht! Gefühlt einmal umgedreht und schon ist der Juli halb durch. Und schon  fällt mir ein, dass ich euch hier ja noch gar nicht davon erzählt habe, dass der 3. Band der Kochbuchserie LCHF pur von Anne und mir erschienen ist.

LCHF pur: Saisonal.Lecker.Gesund - Über 80 Rezepte für Juli & August




Was ich an Annes Covers für unsere Bücher so mag: Man sieht direkt, welche Gemüsesorten unter anderem eine Rolle spielen.

Exkurs:
Auch die Rezeptfotos macht sie selbst, die finde ich so schön. Allerdings sind nicht alle Rezepte bebildert, denn das würde das Buch im Selbstverlag echt richtig teuer machen. Wir müssen also stets eine Auswahl treffen und es ist eine knifflige Angelegenheit, sich unter den Rezepten zu entscheiden. 

Und ihr seht: Die Nachtschattengewächse wie z.B. Tomate, Paprika, Peperoni und Aubergine sind am Start, es gibt Zucchini, was mit Fenchel, Kohlrabi, Avocado und viel Salat. Und Beeren natürlich.

Aber da ist noch mehr als das, was auf dem Bild zu sehen ist. Darüber hinaus sind nämlich reichlich Grillrezepte dabei, von der Marinade ohne komische Zusätze, über einzelne Fleisch- und vegetarische Gerichte, Beilagen und Sauce bzw. Dips. "Nichtgriller" können stattdessen natürlich auch die Pfanne oder den Ofen zum Einsatz bringen.

Nachdem im zweiten Buch die Vitamine bei LCHF das Spezialthema waren, geht es in diesem Buch um die Mineralstoffe. Genauer schauen wir dabei auf das Magnesium.


Die Eckdaten 


LCHF pur: Saisonal. Lecker.Gesund - über 80 Rezepte für Juli & August
von Anne Paschmann und Annika Rask

Verlag: Bod (Juni 2017)

ISBN: 978-3744851893

100 Seiten - 17 x 17 cm (quadratisch, praktisch, gut)

Preis: 14,90 € für Print / 8,99 € für eBook

Erhältlich unter anderem bei...


(Link führt direkt zum Buch)

PRINT:

Amazon (mit "Blick ins Buch")
Bücher.de
Hugendubel
LCHF-Shop
Thalia

Alternativ können unsere Bücher auch mit Angabe der ISBN in jedem Buchladen eures Vertrauens bestellt werden.


EBOOK:

Amazon
Hugendubel

Es gibt aber noch andere, die ich gerade nicht finde. Auch Apple müsste es im Sortiment haben. Ich such nachher mal weiter.





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Freitag, 14. Juli 2017

Der Mann und Norr - ein kleines Beweisfoto

Mit freundlicher Genehmigung des Mannes darf ich euch dieses Beispielfoto zeigen, dass den vorhergehenden Post über die Bindung zwischen Herr und Gescherr ziemlich deutlich unterstreicht.

No further comment.
:)

*woistderSmileymitHerzchenaugen,wennmanihnmalbraucht?*




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Der Mann und die Norr

Ein Update über "Hündchen" Norr ist ohnehin schon lange fällig - lasst mich daher doch einfach über ein Duo der besonderen Art berichten, DEM Dreamteam im Hause Sudda.

Damit man aber ein bisschen mehr Einblick in die Geschichte bekommt, möchte ich zunächst ein wenig zurückblättern im Kalender des Lebens, für diejenigen, die noch nicht wissen, um wen es sich dreht - ansonsten könnt ihr ja beim Lesen weiter vor hopsen:

Norr - der Anfang


Norr ist unser "neuer" Hund. Sie ist bei uns letzten November eingezogen. Eigentlich wollte ich gar keinen Hund mehr. Eigentlich. Und dann kam das so: Herzensbrechereien

Exkurs:
Norr ist übrigens einer der Hunde, die von Susi und ihrem Team in Portugal von den Straßen oder sonstwoher gefischt, liebevoll betüdelt und vermittelt werden. Sie leisten eine unglaubliche, ehrenamtliche Arbeit und ich kann sie jedem nur wärmstens ans Herz legen - hier die Webseite:
Hunde aus Zentralportugal zur Adoption

Jedenfalls war es gründlich um mich geschehen und mir war klar: Diese kleine schwarz-weiße Knubbeline gehört zu uns! Jetzt musste ich das nur mit dem Mann klären.

*tödötödötödötödötödötödötödötödötödö...zingzing...zingzing*
Dramatische Musik aus dem Film "Der weiße Hai" - wenn der Hai sich eben nähert!

Nach über 20 Jahren kenn ich natürlich die notwendigen Knöpfe, die gedrückt werden müssen, und zog so ziemlich alle Register. Darum heißt übrigens Norr auch Norr. ER durfte den Namen aussuchen (emotionale Bindung herstellen!!!) und da er den hohen Norden extrem liebt, heißt sie eben so. NORR heißt NORDEN.

Irgendwann willigte er ein, mit folgender Regel:

"Also Annika, eins halten wir fest. Das ist DEIN Hund! Du kümmerst dich, du gehst Gassi, du fütterst, du machst Tierarztbesuche. ICH will damit NICHTS zu tun haben. Es ist und bleibt DEIN Hund und DEINE Verantwortung." 

Hab ich natürlich alles versprochen. Logo. Eine Episode aus dem mehrteiligen Berater über entspannte Ehen mit der Kapitelüberschrift "Jaja, laber du!" halt. DENN: Ich kenn ihn, den Mann.

Und so kam SIE, das ist hier nachzulesen: Ein Hündchen kommt geflogen

Ein kleines Bündelchen, von Anfang an total lieb und verschmust, absolut entspannt im Umgang mit allem, was sich bewegt.

In nur Bruchteilen von Sekunden war es nicht nur um die Kinder und mich, sondern ebenfalls um den Mann geschehen, das war wirklich unglaublich. Schon zwei Tage später war die Rede von "UNSER Hund" - heute redet er übrigens von "MEIN Hund".

Aus der kleinen Knutschkugel von damals ist ein stattliches Mädchen geworden - eine spannende Entwicklung:

Dezember 2016

Mai 2017


Juli 2017


Ein Hund muss gut erzogen werden


Seitdem hat der Mann hier das Ruder übernommen. Nachdem er ungefähr das Internet über Hunde zu Ende gelesen hatte, bekam das Personal im Hause (also die Kinder, sofern anwesend, und ich) genaue Anweisungen, darüber z.B....

welche Leinen und Halsbänder zu verwenden sind * wann Welpen zahnen * wie viel Futter und welches * wie weit und lang Norr maximal spazieren gehen sollte * wie wir mit ihr umgehen sollen * wie das mit der Läufigkeit so läuft * und - ganz wichtig - welche Kommandoworte wir wählen sollen.


Wir kriegen beispielsweise Mecker, wenn wir nicht "HIER!", sondern "KOMM!" sagen. Geht GAR nicht, findet er! Unter uns: auf KOMM hört Norr genauso gut wie auf HIER.

Außerdem sollen wir sie nur NORR nennen. Tochter und ich haben aber eigene Namen dazu entwickelt - ob nun "Norri" (Tochter) oder "Nörkes" (ich), der Hund hört. Aber dem Mann fallen dann wieder einige Haare aus. Bestimmt!

Besonders stolz bin ich übrigens auf ein Kommando, das Norr echt gut beherrscht. Nämlich das Kommando:

GUTE NACHT!

Das hab ICH ihr beigebracht und das kam so: Ich war mal wieder auf dem Sofa eingenickt. Und nachts um halb 4 stand der Hund mit seiner Quietschekuh vor mir und wollte spielen.

What? Ich sagte deutlich "Gute Nacht!", drehte mich um und ignorierte sie. Norr starrte mich einen Moment an, drehte sich mit der Quietschekuh in der Schnute um und legte sich in ihr Körbchen. Heureka!

Seitdem ist "Gute Nacht!" das Kommando, wenn ich möchte, dass sie mit irgendwas aufhört. Das klappt toll!

Macht nur eben einen recht witzigen Eindruck auf Fremde, wenn ich am hellichten Tag mitten unterwegs streng "Gute Nacht!" zu meinem Hund sag und mich demonstrativ wegdrehe! Andere verwenden dafür wohl eher "Schluss!" oder "Aus!", aber Worte sind ja eh nur Schall und Rauch.

Überhaupt sind wir angehalten, stets liebevoll mit Norr umzugehen, denn, so hat der Mann mitgeteilt: Norr ist sehr sensibel! Jaha, nur damit ihr das wisst.

Der Hund ist auch prinzipiell NIE was Schuld, das sind immer nur WIR (also alle, außer der Mann selbst!). Egal, was sie tut, wir haben das verursacht. Das finde ich witzig, denn er scheint nicht richtig zu merken, dass sie ihn gewissenhaft um den Finger gewickelt hat.

Abends kann er da sitzen, den Hund ansehen und sowas sagen wie: "Ist sie nicht der beste Hund auf der ganzen Welt?" Klar, das ist sie auf jeden Fall, aber das von ihm zu hören, ist sowas von niedlich!

Norr und der Mann


Andersherum ist es aber genauso. Für Norr ist der Mann anscheinend das Größte überhaupt.

Wenn der Mann abends nach der Arbeit durch die Haustür tritt, steht Norr schwänzchenwedelnd vor ihm. Dann bückt er sich und SIE! KNABBERT! LIEBEVOLL! SEINEN! BART!

*kreisch*

(Mir wurde natürlich sofort erklärt, dass das ganz wichtig für die Bindung ist. Jawohl. Das hat der Mann im Internet gelesen. Ich glaub, die Wölfe machen das auch, oder so.)

Dann wir der Hund gekrault und der Hund dreht sich und wedelt mit dem Schwänzchen. Mindestens fünf Minuten lang. Erst DANN werden wir registriert. Es kann aber sogar sein, dass wir dann erst einmal gefragt werden, wie denn NORRS TAG so war. Hö?

Die beiden gehen von Herzen gerne zusammen wandern und wo der Mann ist, will Norr auch gerne sein. Die kleben aneinander wie Pech und Schwefel. Besser hätte es keinen von beiden treffen können.

<3

Nächstes Mal erzähle ich euch etwas mehr darüber, wie Norr charakterlich drauf ist. So einen gechillten Hund gibt es nämlich echt vielleicht kaum noch einmal!




P.S.: Was ich noch sagen wollte: Ich bin übrigens (fast) genauso wichtig - sowohl für Norr, als auch für meinen Mann. ;)






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Mittwoch, 5. Juli 2017

8 Jahre LCHF


Heute habe ich ein bisschen was zu feiern:

Seit 8 Jahren sind LCHF und ich "dicke" miteinander.

*Konfettiiiiiii*


Vielleicht wundert ihr euch ein wenig über die Formulierung, hätte ich doch einfach schreiben können, dass ich seit 8 Jahren LCHF esse, aber das war erst so richtig richtig einen Monat später der Fall.

Aber ich habe am 05.07.2009 in den Weiten des Internets Nicole Wirth (früher Lindborg) in einer schwedischen Quatsch-alles-Mögliche-mit-mir-Gruppe gefunden, die dort von diesem LCHF erzählte und etwas einkassierte, was man heutzutage vielleicht sogar als einen kleinen Shitstorm bezeichnen würde. LCHF steckte damals wahrlich in den Kinderschuhen und Fett war quasi noch tödlich und um abzunehmen sollte man in erster Linie superfettarm essen und sich viel bewegen.

Irgendwas war in ihrem Text, was mich sofort gefangen hat. Nach all den Jahren mit all den Diäten war ich gepolt darauf, alles aufzusaugen, was mir nur im Entferntesten einen neuen Strohhalm bot. Einen Strohhalm, der mir zu dem verhelfen sollte, was ich unbedingt sein wollte: LEICHTER!

Juli 2009 - der Anfang


LCHF steckte in den Anfängen und es gab noch nicht so viele Informationen, wie ich sie gerne gehabt hätte. Ich musste ganz schön suchen. Zum Glück beherrsche ich Schwedisch, das gab mir dann doch Lesefutter. Damals war es Dr. Dahlqvist und vereinzelte schwedische Blogs, die mir auf die Sprünge halfen, der gute Dietdoctor kam erst später dazu.

Aus tiefer Überzeugung hatte Nicole damals relativ frisch die Webseite LCHF.de gegründet und noch frischer war das LCHF-Forum. Andere deutsche Seiten gab es meines Wissens nach nicht und DIESER Blog war dann bei seiner Gründung einen Monat später auch der erste deutsche LCHF-Blog. Da feier ich doch nächsten Monat direkt den nächsten 8-jährigen Geburtstag. :)

Im Juli jedoch hab ich mich darauf konzentriert, LCHF so umzusetzen, wie ich es zunächst verstanden hatte...

Ich strich die offensichtlichen Kohlenhydrate, ohne Rechnen und Zählen - maximal habe ich, weil ich das eben in all den Diäten jahrzehntelang getan hatte, zur Beruhigung die verspeisten Kalorien im Kopf überschlagen. Es gab fortan keine Süßigkeiten, keine Nudeln, keinen Reis, keine Kartoffeln mehr und ich verzichtete auf Brot oder auch darauf, Saucen mit Mehl zu binden, etc. pp.

Schnell stellte ich fest, dass es mir gut tat. Ich hatte kein Gefühl von "Diät", keinen Heißhunger und ich nahm ab. Ja, auch mit diesen ersten kleinen Änderungen nahm ich schon gut ab. Schließlich wog ich damals über 125 kg und da geht das noch recht einfach - jedenfalls war das so bei mir. Ich spürte, dass das Wasser wich und die Beine, Füße und Finger leichter wurden.

Hoffnung! Ich empfand echte Hoffnung!

Daher konnte ich mein "Programm" auch im damaligen Familienurlaub in Schweden durchhalten und fühlte mich "Bombe". Dass sich mein Körper positiv veränderte, hatte nämlich logischerweise auch Konsequenzen für mein Seelenleben. Ich war glücklich und ich fühlte mich schön. Das erste Mal nach unendlich langer Zeit ging es mir richtig gut.

Darum hab ich mich dann auch getraut, Fotos von mir machen zu lassen. Als Erinnerung an eine richtig gute und schöne Zeit. Auch als Vorher-Fotos, aber ich ärgerte mich bereits, dass ich nicht schon ganz am Anfang welche gemacht hatte, schließlich hatte ich doch bereits so wahnsinnig viel abgenommen. Dachte ich.

Der Stein des Anstoßes


Machen wir es kurz: Die vermeintlich wunderschönen Fotos von mir fand ich ganz furchtbar schrecklich. Das hat mich echt einen Moment aus den Schuhen geworfen. Manche fragen ja nach DEM Auslöser - DAS war meiner. Und ehrlich? So furchtbar das Steinfoto auch ist, das zweite hier unten finde ich persönlich noch viel, viel schlimmer...







Die Schuhe, aus denen es mich gehauen hat, zog ich aber ganz flott wieder an und schrieb am gleichen Abend eine Mail an Nicole, weil ich Nägeln mit Köpfen bzw. Zugang zum Forum haben wollte.

Exkurs:
Ich glaube, damals waren es unter 50 Mitglieder, als ich dazu kam. Heute sind 5,740 Menschen bei uns registriert. Nein, die sind natürlich nicht alle aktiv, aber dort findet man jede Menge toller Foris, die mit Rat, Tat, Seelenstreichlern oder - eher selten - motivierenden Popotritten zur Seite stehen.
Bei Interesse: Die Registrierung und Teilnahme ist kostenlos. Gutes Benehmen und freundlich offene Umgangsformen sind natürlich Voraussetzung. 

Es wurde ernst!

Ich las immer mehr, tauschte mich aus, testete, rechnete und experimentierte in der Küche. Ich setzte meinen Po in Gang, bewegte mich. Und nach und nach verlor ich nicht nur eine Menge Gewicht, sondern stellte mein ganzes Leben auf den Kopf.

Na, die ganze Geschichte findet ihr ja hier auf dem Blog (am besten von hinten nach vorne lesen) - oder eben in gebündelter Form in meinem Buch "Entpuppt - mit LCHF in ein leichtes Leben" (Link führt als Beispiel zu Amazon - kann aber mit ISBN überall bestellt werden).

Exkurs:
Gestern Abend hab ich noch lange mit meiner Tochter draußen gesessen und irgendwie kamen wir auf diese Anfänge - es war ein sehr bewegendes Gespräch. Es war interessant, ihre Sicht auf die Veränderungen zu hören. Sie war damals 12 Jahre alt. 
Und wir sprachen auch über die Auslöser für das Übergewicht. Was hatte dazu geführt? Wie konnte es soweit kommen? Wie so oft: Es kamen damals mehrere Dinge zusammen - eine Verkettung höchst ungünstiger Situationen und Lebensabschnitte. 
Nicht zuletzt sprachen wir über meinen damaligen Zwang zu essen. Ich konnte früher nicht anders. Ich musste andauernd essen. 
Sentimental, berührend, persönlich, bewegend - so war es, unser Gespräch. Das werde ich stets bei mir tragen. 
Ich hab übrigens eine ganz tolle Tochter, wollte ich dringend noch sagen. <3

LCHF und ich 2017


Hier so ein paar gebündelte Gedanken...

LCHF ist nach wie vor meine Ernährung - es liegt mir einfach. Mir schmeckt es, ich empfinde keinen Verzicht, bin schlicht absolut daran gewöhnt. Das ist nicht für alle universell so. Manche kommen gut mit LCHF klar, andere gar nicht. Es gibt keine "Eine-für-alle"-Ernährung, egal, was manche sagen. Jeder möge Seins finden, das ist ganz wichtig, damit es funktionieren kann.

Nein, ich lebe ganz sicher nicht durchgängig ketogen. Dazu esse ich zu gerne auch mal mehr LCHFiges, ich verzichte nicht auf reichlich buntes Gemüse (kohlenhydratarmes Gemüse tendiert dazu, eher in erster Linie grün zu sein!) und ich mag auch mal Weinchen trinken. Aber ich kann unglaublich gut zwischen Fett- und Zuckerstoffwechsel hin und her springen. Wie ein Schalter irgendwie. So viel fürs Protokoll.

Ich bin gesund, ich fühle mich in meiner Haut rundum wohl und das Wichtigste: Dadurch, dass ich MEINE Ernährung gefunden habe, kann ich mein Gewicht halten. Früher gab es mit den alten Diäten immer den Rückfahrschein, weil ich so furchtbaren Heißhunger hatte, weil mein Blutzucker immer wieder Volten schlug und weil ich dadurch einfach nicht lange dabei bleiben konnte. Und kehrt man zu alten, unguten Ernährungsgewohnheiten zurück, tun das in aller schöner Regelmäßigkeit auch die Kilos... Seht ihr, auch DARUM ist es wichtig, die persönlich richtige Ernährungsform zu finden! Und nochmal: Das muss nicht zwangsläufig LCHF sein. Das ist individuell.

Und sonst...

Entgegen aller Unkenrufe funktioniert dennoch mein Gehirn noch.

Man hatte mir am Anfang mit LCHF mehrfach gesagt, dass das Gehirn zwangsläufig ordentlich Kohlenhydrate braucht... Ich hoffe jedenfalls sehr, dass ich nicht eigentlich ein herumirrender Zombie bin. Entschuldigung, das musste mal gesagt werden. 

Nein, ich bin nicht am Ziel. Da fehlen mir doch noch einige Kilos. Da bin ich dran und es geht, wenn auch sehr langsam. Mir fehlt schlicht der nötige Leidensdruck, den ich mit 125 kg hatte. Will ich heute abnehmen, muss ich dann doch recht konsequent mit mir sein, und das liegt mir nicht alle Tage.

Es wird Zeit, neue Fotos zu machen - denn gerne werde ich immer noch nicht fotografiert! Ich wollte euch zur Feier des Tages ein aktuelles Foto von mir da lassen, aber das war wohl nix. Das da unten ist schon wieder 2 Jahre alt und ich wog darauf das ein oder andere Kilo mehr als jetzt. Hmpf. Sei's drum, kann ich jetzt nicht ändern. Vielleicht schenk ich mir einfach ein Fotoshooting, ich finde, das hab ich verdient.

So, genug geschwallt!
Ich feier mich ein wenig - und LCHF direkt mit.












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Samstag, 1. Juli 2017

Die Macht des quengelnden Ichs

Andere Überschrift wäre "Schön blöd, selbst Schuld!" gewesen, aber die klingt jetzt nicht so nett, muss ja auch nicht sein. Und doch...

Irgendetwas übernimmt manchmal die Steuerung meines Gehirns und dann hat das Ganze nichts mehr mit Vernunft zu tun, das sag ich euch aber. Und in der Regel geht es dann nur noch um schnöde, menschliche Grundinstinkte bzw. die Lust auf ganz bestimmte Nahrungsmittel.

Ich meine, ich hatte das schon einmal vor Urzeiten im Blog als Thema. Damals war es Lady S., meine Arbeitskameradin, die perfekt mein Gehirn aushebeln konnte. Sie hat da nichts Spezielles getan, wenn sie beispielsweise morgens um 9 mit mir über dies und das erzählt hat. Das ging dann für mich aber ungefähr so:

Blabla**** blaBLAblaaaaa*******blablablablBLA**möpmöp*blablabla*** gefüllte Paprikaschoten ****blablabliblablaaaa**** lalalaaaaaa**Träller **

Merkt ihr was?

Nein, sie hat das natürlich nicht SO gesagt, ich hab das getarnt, weil es zu privat ist, aber das war das, was mein Gehirn dann als hochwichtige Message aus dem Ganzen ausgefiltert hat: Gefüllte Paprikaschoten!

Und den Rest des Tages wollte ich dann GENAU DAS und nix anderes. Manchmal hab ich versucht, mich mit anderen Mahlzeiten abzulenken, wenn ich zum Beispiel schon alternativ etwas gekocht hatte... aber das gelang mir echt nur mäßig. Nicht selten machte ich erneut auf zum Supermarkt, um meinem quengelnden Ich genau diesen Wunsch zu erfüllen. Dagegen ist ein sich vor der Kasse wälzendes Kind, dass ein Ü-Ei oder ein Eis will, nur heiße Luft. Ich bin viel schlimmer. Ich kann die Gefühlswelten, die sich dann in mir abspielen, nicht beschreiben.

Bekomme ich, was ich will, ist schlagartig Ruhe. Darum ist es für mich ja auch so wichtig, dass ich einmal am Tag esse, wonach mir wirklich ist.

Jetzt ist dieses Phänomen wieder aufgetreten! Aber in verschärfter Form!

Ich steh mittags beim Sport. Mittwochs hab ich drei Kurse nacheinander, Mitarbeiter einer großen ansässigen Firma möchten ein wenig in der Pause trainiert werden. Total schön. Ich hab so einen Spaß mit den Gruppen. <3

Und während ich da so stehe, bekomme ich a) Hunger und b) will UN-BE-DINGT Heringe in Sahnesauce.

Ja genau, dieses mayo-und-sahne-lastige Zeugs. Und ich will es jetzt und ich will es dringend.

Fand ich komisch, denn ich hab normalerweise so früh keinen Hunger und dann noch Sahneheringe?

Mein Verstand gab echt sein Bestes, schließlich wusste ich, dass ich am Abend einen weiteren Sportkurs haben würde und dass mir von Sahneheringen auf nüchternen Magen hochwahrscheinlich übel werden könnte. Das Gehirn rotierte und so ließ ich meine Gedanken an die Freiheit und erzählte dem Kurs von meinen Gelüsten.

Die lachten.
Ich lachte.
Noch.

Runter vom Firmengelände, ab nach Hause. Plötzlich blinkte mein Auto ganz von selbst, bog rechts und links und rechts ab und ich lief wie ferngesteuert durch den Supermarkt und kaufte Heringe in Sahnesauce.

Ja, genau. Nicht schön selbst gemacht, wie sich das gehört. Mit guten Inhaltsstoffen und so. Neeee, neeee. Dafür blieb keine Zeit. Es waren die pratschigen aus der 400 g Dose aus dem Kühlregal, wo man die Hälfte der Inhaltsstoffe wahrscheinlich noch nicht mal richtig aussprechen kann. Das war mir in dem Moment total egal. Ich hab - entgegen meiner Gewohnheit - noch nicht mal hinten drauf geschaut.

Zuhause hab ich die gesamte Dose in einem Rutsch verspachtelt. Ja, auf leeren Magen. Gut, die Apfelstücke nicht und auch nicht die ganze Sauce, denn das war gegen Ende dann doch ein wenig eklig im Mund.

Dann war erst Ruhe. Und so langsam begann ich, mich über mich selbst zu ärgern.

Was soll das? Ich mein... ich kann ja froh sein, dass ich SOLCHE Gelüste hab und nicht nach einer 300 g Tafel Schokolade. Aber eigentlich ist das ja keinen Deut besser - jedenfalls von der Botschaft meines Gehirns her gesehen nicht. Meine Vorlieben sind da ja reines Glück!

Dennoch ganz klare Aussage: Solche Sahneheringe sind KEIN LCHF! Nur falls sich das einer fragt.

Ich wartete darauf, dass mir schlecht werden würde. Was passierte war: NICHTS!

Auch beim Sportkurs am Abend meuterte der Magen kein Stückchen. Ha. Eben doch ein Magen aus Eisen. Minimal war ich stolz darauf. Alles gut, mich erschüttert so schnell nichts.

Zurück heim, duschen, gemütliche Klamotten und *hopp* aufs Sofa.

Und dann...

BÄM!

Mir wurde schlagartig speiübel. SO schlecht, dass ich mich gewunden habe wie ein Aal in der Pfanne, oder so. MAN! Ich kämpfte die ganze Zeit gegen den Drang an, mich übergeben zu müssen. Es war richtig furchtbar!

Ende vom Lied: Ich war um 20 Uhr im Bett. ICH! Noch beim Einschlafen kämpfte ich gegen meine Innereien.

Am nächsten Tag war der Spuk vorbei, aber ich schwor mir: NIE WIEDER!


Liebe Leute, da muss ich echt mal hart dran arbeiten. Furchtbar. Es kann ja wohl nicht sein, dass es solch übermächtig starke Vorgänge in meinem Gehirn, meiner Seele oder wo auch immer gibt. Kann ich nicht bitte andere Gelüste entwickeln? Gesündere, oder so? Da bin ich schon so gut zu mir und höre auf mein Inneres und versuche, vernünftige Essenswünsche in mir täglich zu berücksichtigen und dann grätscht mir das quengelnde Ich so in die Füße. Nix!

Jedenfalls: NIE WIEDER!!































Was soll ich sagen...

Mittwoch.
2 Wochen später.
Ich steh mittags beim Sport.
Was will ich?
Sahneheringe.

Das war mir dann allerdings so albern, dass ich sie dieses Mal NICHT gekauft habe. Aber ich hab den ganzen Resttag nur nach Sahneheringen geschmachtet.

Ich versteh es nicht.




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